Gute Gründe für eine Mitgliedschaft

Im Jahre 1867 haben sich Bürger aus dem damaligen Hüttig-Raßweiler zum Arbeiter-Unterstützungsverein 1867 zusammengeschlossen. Der Verein verfolgte den Zweck, im Falle des Todes eines Mitgliedes eine finanzielle Hilfe, das so genannte Sterbegeld, an die Hinterbliebenen auszuzahlen, und somit dazu beizutragen, die ärgste Not zu lindern. Die Mitglieder verpflichteten sich im Gegenzug, einen festgesetzten monatlichen Mitgliedsbeitrag zu leisten.


Im Jahre 1903 wurde neben diesem Verein noch der Knappensterbverein gegründet, der das gleiche Ziel verfolgte. Am 22.05.1965 fusionierten beide Vereine zum Sterbegeld-Unterstützungsverein 1867 Hüttigweiler.


Die historische Bedeutung der Vereine besteht darin, dass sich Bürger in einem festgelegten geografischen Raum - der Gemeinde - zu einer Solidargemeinschaft zusammengefunden hatten und sich gegenseitig finanzielle Hilfe beim Tod eines Mitgliedes versprachen. Ein geordnetes Versicherungswesen, wie wir dies heute kennen, gab es nicht. Auch damals war "das Sterben teuer" und die Not der Menschen wurde um so größer, wenn der "Ernährer" verstarb. Dass dies nicht selten der Fall war, ergibt sich auch aus dem bis in die jüngste Vergangenheit vorherrschenden typischen Berufsbild der Menschen: sie waren überwiegend Bergleute und Hüttenarbeiter. Die Menschen hatten dabei keine Urlaubs- und Arbeitszeitregelung wie heute, das damalige Gesundheitswesen war mit heutigen Maßstäben nicht zu vergleichen. Krank sein bedeutete Arbeitslosigkeit und Arbeitslosigkeit bedeutete oftmals Armut.


Die Not hat die Menschen miteinander verbunden. Ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit entstand. Man war stolz, dazu zu gehören. Traditionsgemäß wurden neue Familienmitglieder quasi per Geburt im Verein angemeldet. Die Eltern zahlten über Generationen hinweg den Beitrag für Kinder und Enkelkinder.


Ist eine Mitgliedschaft heute noch sinnvoll?

Wir sagen aus folgenden Gründen "ja":

- Die Mitglieder leisten einen gesellschaftspolitisch wichtigen Solidarbeitrag zur Erhaltung und Fortführung alter Traditionen und Werteverständnisse. Dies auch dann, wenn sie heute nicht mehr in "ihrer" Gemeinde, bzw. der Gemeinde ihrer Vorfahren leben, was aufgrund der heutigen Mobilität keine Seltenheit ist. Wir sind beispielsweise froh darüber, dass unser Verein auch in Berlin, Bochum oder im Ausland durch Mitglieder vertreten ist, die alle ihren Ursprung in Hüttigweiler haben.

- Die Verwaltung des Mitgliederbestandes, der Mitgliedsbeiträge und Erträge aus Kapitalanlagen, sowie die Auszahlung des Sterbegeldes erfolgt durch den Kassierer, der dem Vorstand der Sterbekasse angehört. Dadurch ist eine schnelle und unbürokratische Wahrnehmung der jeweiligen Interessen gewährleistet und der Verwaltungsaufwand kann gering gehalten werden.

- Der Verein unterliegt der Aufsicht des Ministeriums für Wirtschaft und indirekt der Aufsicht des Bundesamtes für das Versicherungswesen. Im Innenverhältnis wird der Vorstand durch vereinseigene Kassenprüfer und durch die Mitgliederversammlung kontrolliert. Damit ist ein Höchstmaß an Sicherheit für die Einlagen der Mitglieder und Kapitalanlagen des Vereins gegeben.

- Die Mitgliedsbeiträge und Erträge sind steuerbefreit und können in vollem Umfange den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden.

- Der Mitgliedsbeitrag ist im Verhältnis zum Sterbegeld sehr gering. Die Höhe des Mitgliedsbeitrages und die Höhe des Sterbegeldes wird durch ein versicherungsmathematisches Gutachten berechnet und von der Mitgliederversammlung durch Beschlussfassung der Aufsichtsbehörde zur Genehmigung vorgelegt.

Einige Mitglieder des heutigen Vereins gehörten vor der Fusionierung beiden Vereinen an, wodurch ihnen im Leistungsfalle ein Anspruch auf Zahlung des Sterbegeldes aus beiden Vereinen erwuchs. Dem wurde nach der Fusionierung dadurch Rechnung getragen, dass bei Zahlung des doppelten Mitgliedsbeitrages auch das doppelte Sterbegeld ausbezahlt wird. Seit 1990 ist generell eine Mehrfachversicherung (Doppel- und Dreifach-Versicherung) möglich. Ein Mitglied kann sich bei Eintritt in den Verein doppelt bzw. dreifach versichern oder ein bestehendes Versicherungsverhältnis kann nachträglich aufgestockt werden. Maßgeblich hierfür ist die Satzung der Sterbekasse in Verbindung mit der aktuellen Tarifbeilage. In der Tarifbeilage wird das mögliche Höchsteintrittsalter festgelegt und ab welchem Eintrittsalter Eintrittsgeld erhoben wird. Das Eintrittsgeld ist die Summe der Monatsbeiträge, die ab dem in der Tarifbeilage angegebenen Eintrittsalter als Mitgliedsbeitrag zu zahlen gewesen wären.

Wir möchten alle Mitglieder ermuntern und bitten, neue Mitglieder (z.B. Kinder, Enkelkinder) in unserem Geschäftsgebiet für den Verein zu gewinnen oder bestehende Einfachversicherungen in Doppel- bzw. Dreifachversicherungen umzuwandeln. Der Solidarbeitrag unserer jungen und älteren Mitglieder sichert uns für die Zukunft den Fortbestand. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch weiterhin bei sparsamer Haushaltsführung und durch besonnene Kapitalanlagen Sterbegelderhöhungen realisieren können.

Für weitere persönliche Auskünfte stehen wir gerne zur Verfügung.

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